Raum der Information Berlin

Raum der Information Berlin
Bauherr Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung
Wettbewerb 2015, engere Wahl
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Das Ensemble Bendlerblock – Paradeplatz – Ehrenmal der Bundeswehr – Reihung der Winterlinden ist als geschlossene Einheit zu betrachten.
Der „Raum der Information“ wird daher als untergeordnetes, zusätzliches Element mit ausschließlich additiv dienender Funktion vorgeschlagen, welches sich mit drei zaunhohen Lichtvitrinen der Öffentlichkeit signalisiert. Durch seine gläserne Transparenz wird diese untergeordnete Stellung mit geringstmöglicher Veränderung des Ensembles garantiert. Zudem wird zur Hildebrandstraße und zum Paradeplatz auf dem Gelände parallel zur Wache eine Art Schaufenster für Passanten geschaffen. In den drei Lichtkörpern wird die Ebene des Alltags mit der Informationsebene verknüpft. Zwei der Körper nehmen die Erschließung auf.
An der Hildebrandstraße wird der Schaufenstercharakter durch den Schriftzug „Raum der Information am Ehrenmal der Bundeswehr“ ergänzt, um die Bestimmung eindeutig anzukündigen.
Der Körper parallel zur Wache dient als Nadelöhr zum Betreten des Geländes außerhalb der offziellen Öffnungszeiten. Von hier aus hat man eine Aussicht auf das Ehrenmal und den Bendlerblock mit dem Paradeplatz.
Der dritte Körper wird dem hier gezeigten Modell des Geländes, dem Ehrenmal und der Panele vorbehalten, die hier im abgesenkten Teil des Ausstellungsgebäudes gezeigt wird.
Wetter, Tageslicht, Sonnenschein und Geräusche werden hier in die didaktischen Inhalte integriert, um eine Live-Situation zu erzeugen, vergleich- bar mit einer Webcam-Übertragung, jedoch mit intensiver und kontemplativer Direktheit.
Der sich unter der Alltagsebene befindende eigentliche Ausstellungsraum wird mit zehn „Fenstern der Informationen“ konzipiert.
Diese sind konzeptionell als Kapitel oder Themen der Geschichte der Bundeswehr oder auch als Zeitabschnitte zu betrachten. Die Abtrennungen der Fenster zueinander bestehen aus Beton mit integrierten Vitrinen für Originale, wie Dokumente oder Gegenstände. Diese Originale bilden zusammen mit den einfassenden Betonabschnitten die tragenden Pfeiler der Ausstellungskonzeption. So können zum Beispiel fünf Fenster die chronologische Entwicklung der Bundeswehr aufnehmen, während weitere Fenster die Erläuterungen, die Geschichte und die Hintergründe des Ehrenmals präsentieren. Auch ein Screen mit bewegtem Bild kann eingefasst werden.
Jedes Fenster besteht aus einem hinterleuchteten Bild oder Foto als„Leitbild“, stellvertretend für das hier gezeigte Kapitel. Hier können kleinformatige Tafeln und Monitore mit Kopfhörern integriert werden, die diese Kapitel inhaltlich füllen und ergänzen. So können verschieden Erzähl-Ebenen parallel aufgebaut werden und sich didaktisch zu einer Gesamtheit zusammenfügen. Zudem wird durch wechselbare Tafeln eine unkomplizierte Ergänzung und Aktualisierung der Inhalte gewährleistet.Zwei der Fenster werden dem Modell und den Originalpanelen des Ehrenmals sowie dem gewünschten Screen (hier als vollflächige rückwärtige Projektion des Fensters) vorbehalten. Das Modell und die Panele erhalten so den Bezug zur Alltagsebene durch Ergänzung von Stadt-Geräusch und -Wetter.
Die vollflächigen Projektionen auf dem Screen können durch eine Klangkollage mit Bezug zur Bundeswehr oder eine Zusammenfassung der Ausstellungsinhalte bilden. Sie kann per Knopfdruck individuell oder zentral gesteuert werden. Auf diese Weise wird noch einmal der Zusammenhang der einzelnen dargestellten Kapitel miteinander unterstrichen. Die richtungslose Lesbarkeit erscheint so klar, dass sie nicht den Anschein zu erweckt, dass man als Besucher etwas inhaltlich unverzichtbares verpasst, wenn die vorgegebene Abfolge nicht eingehalten wird.