Steinwache Dortmund

Neue Dauerausstellung des ehemaligen Polizeigefängnisses Steinwache, Dortmund
Bauherr/Auftraggeber: Stadt Dortmund VgV-Verfahren
Mitwirkende: Lichtplanung A. Hartung , Frau Hartung Büro Fleischmann, Prof. Fleischmann, Kastner Pichler Architekten, Herr Pichler, Frau Unger

Darstellung Exponate
Die Exponate werden in einer mehreren Ebenen auf beweglichen, raumhohen semi-transparenten Scheiben präsentiert. Die Präsentationsflächen sind in der Regel parallel zu den Deckenbalken, stehen also betont im rechten Winkel (quer) zu der Richtung der Erschließungstreppen im Zentrum des Gebäudes. So bleiben die Fenster- und die Türwände der Zellen frei. Die Exponate bilden eine zweite, innenliegende Haut.
Zur Akzentuierung werden einzelne Wandflächen so weit freigelegt, dass ihr Zustand in der Nutzung des Gebäudes als Gefängnissichtbar wird. Fensterscheiben und Ausblicke werden so behandelt, dass wohl das Eingesperrt-sein an den Gitterstäben erkennbar, der Blick auf die Konsumwelt draußen aber versperrt ist.
Wo immer es möglich ist, sollen die Besucherinnen und Besucher tätig werden, so etwa bei 10 Einträgen in Haftbüchern, die sichtbar in Schubladen liegen, bei einzelnen Veröffentlichungen, zu denen Faksimiles kompletter Zeitungen oder Akten angeboten werden oder bei der Auswahl von Audio-Dokumenten. Die Vitrinen orientieren sich assoziativ an der Form der Lagerbetten.

Licht
Die Erschließungszone wird dunkel gehalten und nur mäßig beleuchtet, sodass sich die Ausstellungsräume zur Erschließungszone hin hell abbilden und ein deutlicher Kontrast entsteht. Die Beleuchtung in den Ausstellungsräumen setzt sich aus drei Komponenten zusammen:
1. Es gibt zunächst eine sachliche Grundbeleuchtung, erzielt über freistrahlende Lichtleisten. Aufgrund der gewählten Standorte der Leuchten seitlich an den Trägern entfaltet sich diese allgemeine Beleuchtung von Raum zu Raum unterschiedlich, im Wechselspiel mit Raumproportion und Raumgestaltung. Es entsteht eine sachliche, offene und dennoch klar differenzierte Lichtstimmung.
2. Einige der freigelegten Wandflächen werden durch Licht hervorgehoben. Die ausgewählten Wandflächen werden mit Streiflicht und in einer kühlen Lichtfarbe akzentuiert. Je nach Raumgröße gibt es auch kleine Zellen, die ausschließlich mit dieser Beleuchtungskomponente beleuchtet sind und deshalb besonders intensiv wirken.
3. Ergänzend zur Grundbeleuchtung und der Akzentuierung freigelegter Wandflächen werden je nach Raum und Ausstellung zusätzliche ausgewählte Exponate hervorgehoben und Vitrinen beleuchtet.

Rundgang
Der Besuch beginnt im ehemaligen Aufnahmezimmer, wenn nicht der neu zu schaffende Zugang, etwa für Rollstuhlfahrer, durch das Kellergeschoss genutzt wird. Nach dem Besuch der Räume im Erdgeschoß wird die Besucherin / der Besucher über die Treppen im Inneren bis ins 3.Obergeschoß geführt. Die Räume erhalten fortlaufende Nummern. Die Inhalte müssen u. U. neu abgestimmt werden entsprechend den Raumgrößen. Am Ende des Rundganges soll es einen Raum zu abschließenden Diskussion und Sammlung geben, dessen Fenster nun auch wieder den Ausblick auf die Stadt erlauben. Die Treppe und der Aufzug außerhalb des Haftbereiches bleiben benutzbar.

Grafik
Die Grafik setzt neben täuschend ähnlichen und durch Schatten akzentuierten Abbildungen auf drei Textebenen:
1 Saaltexte
2 Übersichten
3 Legenden
Als Schriften sollten ›Allerweltsschriften‹ verwendet werden, die Besuchern bekannt und geläufig sind und auf jedem digitalen Medium verfügbar, etwa Calibri, falls zudem deutschen Text ein englischer gesetzt werden soll, Georgia.